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© Sabine Langbehn * Hamburger Str. 9 * 23558 Lübeck * Tel.: 0172—65 85 384 |
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Der BORDER - Terrier ==========================
Wenn auch Sie stolzer Besitzer eines Border - Terriers sind, werden Sie die Situation kennen: Sie sind mit Ihrem Liebling unterwegs, Ihnen kommen andere Hundebesitzer oder Spaziergänger entgegen und Sie hören : " Och, ist der aber niedlich ! Was ist denn das für Einer ? Ist das ein Mischling ? " --- Tja, was ist das eigentlich für Einer ?
Also vorweggesagt : Es ist kein Mischling ! Diese Rasse gibt es schon seit mehreren Jahr= zehnten - allerdings in Süd-Schottland den Borderlands . Dort ist der Hund jagdlich geführt worden. Er hatte die Aufgabe in der Fuchs-Meute die Arbeit " Unter Tage " zu erledigen. Dafür war es notwendig einen ausgeglichenen und ruhigen Jagdhund zu züchten, der jedoch gegenüber dem Fuchs oder anderem wehrhaften Wild auch die notwendige Schärfe an den Tag legt.
Es ist durchaus nichts besonderes, wenn Ihr Border nicht nur die " Entenarbeit " im Wasser hervorragend ausführt, gegebenenfalls den Keiler im Dickicht stellt und auf alle Fälle die Kaninchen apportiert. Selbstverständlich hat er es auch noch nicht verlernt in den Bau eines Fuchses zu schliefen und diesen zu sprengen. Ihm sind nur Grenzen durch die Ausbildung und die körperliche Statur gesetzt. Ach ja, er ist ca. 30 bis 33 cm hoch, hat einen Ottern-ähnlichen Kopf und wiegt ca. 5-7 kg. Hängen Sie an alle Zahlen noch eine Null - und Sie haben die Mentalität getroffen, mit der er an die ihm übertragenen Aufgaben geht.
Die Ausbildung gestaltet sich im Gegensatz zu den " Kamikaze " Jagd-Terriern ziemlich einfach. Es bedarf keiner " Züchtigung " oder anderer elektronischer Erziehungsmaßnahmen um ihm den Sinn eines Befehls klarzumachen. Hat er einmal den Sinn erkannt und ein Erfolgserlebnis gehabt, wird er das nächste Mal diesen Befehl mit Freude wieder ausführen.
Die Verträglichkeit gegenüber seinen Artgenossen ist als sehr umgänglich zu bezeichnen, solange von diesen keiner den Fehler macht und ihn anknurrt bzw. unterschätzt. Dann allerdings gibt es Kleinholz - auch wenn der Kontrahent evtl. einen " gewichtigen " Vorteil hat.
Ach ja, einigen Hunden sieht man im Gesicht an, ob sie sich freuen, aufmerksam sind oder andere Intentionen haben - nicht so bei unserem " Pokerface ", nur die Rute verrät ihn wenn er hocherfreut ist. Schwanzeinziehen kennt er sowieso nicht.
Er ( oder sie ) ist leinenführig, und an allem Neuen sehr interessiert. Der Nachteil ist allerdings, dass man beim Spazierengehen durch die außergewöhnliche Kontaktfreudigkeit unseres Vierbeiners dauernd zu neuen " Freundschaften " mit anderen Hunden, Katzen und Menschen kommt - letztere stellen ein Problem dar, wenn sie Strumpfhosen oder vorher saubere Hosen tragen.
Selbstverständlich ist dieser Bericht etwas parteiisch. Ich habe bereits mehrere Hunde gehabt und teilweise auch jagdlich ausgebildet. Darunter waren ein Schäferhund, ein Deutsch-Drahthaar und ein Yorkshire-Terrier. Auch in meiner Familie sind immer Hunde gewesen und ich hatte die Möglichkeit die Mentalität zu studieren. Eine Rasse wie der Border - Terrier ist mir bis zu unserem ersten Zusammentreffen noch nicht untergekommen.
Ich halte den Border - Terrier als Jagdhund, als Haus- und Hofhund und als treuen Begleiter für den idealen Partner, wenn man es vorzieht lieber Qualität als Quantität zu erhalten, sollte man auf der Suche nach dem Hund seiner Träume sein.
Und - wenn er doch einmal bellt - sehen Sie lieber nach, dann ist dort auch etwas im Busch. Er ist kein Kläffer und überzeugt sich selbst immer zweimal bevor er Alarm schlägt. Der Border - Terrier ist ein handlicher Kamerad, der in seiner Treue keinem großen Hund nachsteht, und er hat das Herz und den Mut eines Löwen.
8.3.1994 " Axel vom Stiephörn " * 16.Juni 1991 bis 28. Mai 2009 |
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Der Border - Terrier ein Gebrauchshund ? =================================== Also gut, es ist schon ganz schön verwegen, diesen kleinen Kerl als Jagd - Gebrauchshund zu bezeichnen. Vielleicht jedoch werden Sie mir zustimmen, wenn ich diese Frage mit einem " JA ! " beantworte; sicherlich jedoch erst, wenn Sie diesen Bericht gelesen haben.
Vor ca. -3- Jahren ergab sich bei uns ( 3 Jäger in der Familie ) die Frage nach einem neuen Hund. Da ich bereits einen Deutsch-Drahthaar abgeführt hatte und mein Vater selbst einen Deutsch-Langhaar besitzt, war es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass wir wieder einen " richtigen " Hund haben wollten. Nach Studium einer Jagdzeitschrift wurden wir jedoch auf eine Rasse aufmerksam, die wir bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht kannten.
Die Bilder, die man sich natürlich als Erstes ansieht, hatten uns schon fast überzeugt, der Bericht tat den Rest. Wir machten einen Wurf in der Nähe ausfindig und hatten bereits kurze Zeit später einen Rüden erstanden.
Nach der ihm als Welpen zugebilligten " Spielzeit " begann meine Frau mit der Abrichtung unseres Axel vom Stiephörn. Schnell erlernte er die Standardbefehle : Sitz, Ablegen, Komm, Bei Fuß etc.. Darüber hinaus lässt er sich " Down - Trillern " und Heranpfeifen mit der Hundepfeife. Leinenführigkeit ist für den Border - Terrier kein Problem. Er läuft auch ohne Leine problemlos bei Fuß und wartet auf die nächsten Befehle seines Herrn oder Frauchens.
Als wir glaubten, unser Hund ist in der Lage seine erworbenen Fähigkeiten auch in einer entsprechenden Prüfung zu testieren, ergaben sich jedoch gewisse Schwierigkeiten. Bereits im Hundelehrgang des DJV wurden wir zu Anfang etwas mitleidig angesehen, für Ernst genommen hat man den " Bonsai-Hund " sowieso nicht. Bis zur ersten Entenarbeit ! Da gab es bei den Herren der DD - DL - und Kl. Münsterländer - Gilde plötzlich große Augen und die Bemerkung, dass „man diesen Hund ja bequem dorthin werfen könne, wo die Ente schwimmt,“ war vergessen.
Beim Suchen im Schilf, apportieren und stöbern hat unser " Kleiner " immer mitgehalten und keine Ente ausgelassen. Sicherlich sind ihm bei der Geschwindigkeit im Wasser jedoch Grenzen gesetzt - aber was machen schon Sekunden, wenn man die Freude sieht, mit der er arbeitet.
I.
Bauprüfung ( BP ): Die Bauprüfung haben wir am 08.11.1992 in Hohenwestedt beim Deutschen Jagd - Terrier - Club abgehalten und mit 95 Punkten von 100 Möglichen bestanden. Die fünf fehlenden Punkte sind für einen kleinen Umweg zum Kessel abgezogen worden. Den Kessel jedoch hätte er am liebsten demontiert. Wir hatten an diesem Tag den besten Hund ( 1. Platz ), aber es kam von Seiten der Jagd-Terrier Führer keine Missgunst auf. Auf diesem Weg nochmals vielen Dank für die nette Aufnahme und faire Behandlung.
II.
Saujager ( SJ ): Während einer Drückjagd in Mecklenburg Vorpommern am 12.12.1992 hatten wir durch einen Zufall die Möglichkeit das wahre Temperament des Hundes zu erkennen. Im Schilf stellte er plötzlich einen Überläufer, verbellte ihn und trieb ihn dann aus der Deckung. Der Revierinhaber und ein ebenfalls anwesender DJV - Hundeprüfer testierten anschließend die erfolgreiche Arbeit des Hundes. Der Überläufer kam jedoch nicht zur Strecke - er war für die Schützen " hinten zu kurz ". Eine entsprechende Bestätigung der Zeugen brachte den begehrten Zusatz zu den Abrichtekennzeichen in die Leistungskarte des KfT - Deutschland ( Klub für Terrier ).
III.
Zuchtprüfung ( ZP ): Wir haben am 17.10.1993 unseren ganzen Mut zusammengenommen und unseren Hund zur Zuchtprüfung geführt. Sie besteht aus der Beurteilung von : Nase, Spurarbeit, Laut beim Jagen, Stöbern, Bringen auf der Schleppe, Bringen von Wasserwild, Schussfestigkeit, Führigkeit und Leinenführigkeit. Diese Arbeiten wurden von unserem " Kleinen " komplett erledigt und wir erhielten den 3. Platz. Selbst das Apportieren von Kaninchen und Ente klappte hervorragend.
IV.
Gebrauchsprüfung ( GP ): Unser bisher größtes Ziel. Wir waren am 2.Okt.1994 wieder soweit, unseren Axel zu dieser Prüfung zu führen . Wenn man von der GP als " Meisterprüfung " spricht, so ist das sicherlich korrekt. Was der relativ kleine Hund hier leisten soll ist wahrlich meisterlich. Gleich morgens beginnt die Prüfung mit der Schweissfährte; diese ist 500 Meter lang, weist -2- rechtwinklige Richtungsänderungen auf und hat ein Wundbett. Auf der Fährte sind insgesamt 250 ccm Wildschweiss ( Blut ) verteilt. Der Hund darf zweimal die Fährte verlieren, wird neu angesetzt und muss dann zum Stück finden. Anschließend folgte die Hasen- oder Kaninchenschleppe und das Stöbern im unübersichtlichen Gelände. Dann kam die Wasserarbeit; hier zu Anfang das Stöbern im Schilf, anschließend das Verlorensuchen einer lebenden Ente und das Apportieren aus dem Wasser. Hiernach ging es wieder in den Wald zum freien Verlorensuchen mit Apportieren und mit Schuss. Dann kam die Leinenführigkeitsprüfung und das Ablegen ohne Halsung mit Schießen und anschließendem Abholen, bei dem der Hund den Stand nicht verlassen darf. Zum Schluss wurde noch die Standruhe bei evtl. Treibjagden überprüft. Während des ganzen Tages wurden Nase und Gehorsam beobachtet und auf vorhandene Wesensmängel geachtet. An diesem Tag haben von -4- getesteten Hunden leider nur -3- bestanden. Alle erhielten einen III. Platz, da die Leistungen für eine bessere Plazierung nicht ausgereicht haben. Wenn ich von der Müdigkeit und Schlappheit meiner eigenen Person nach diesen -12-Stunden Prüfung auf die Fähigkeiten meines Hundes blicke, habe ich die größte Hochachtung vor seiner Leistung - und ich war nur " Mitläufer ".
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Die angegebenen Abkürzungen, die hinterher auch in den Zuchtpapieren auftauchen, sind für uns die Bestätigung, dass auch ein kleiner Hund in der Lage ist, den Anforderungen des heutigen " Normal-Jägers " gerecht zu werden. Der Nachteil, den Fuchs nicht apportieren zu können, nimmt man dann gern in Kauf. Wer also einen kleinen aber temperamentvollen Hund mit starker Konstitution und dem Willen zum Arbeiten sucht, dem kann ich den Border- Terrier nur empfehlen.
1995 |